ELStAM verschoben. Worauf jetzt achten?
Ab Januar 2012 sollte sie zum Einsatz kommen: Die ELStAM-Datenbank für den Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber. Nun wurde ihre Einführung verschoben – mit immensen Auswirkungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Mit dem elektronischen Verfahren zum Lohnsteuerabzug (ELStAM = Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) wollte man die Papier-Lohnsteuerkarte ersetzen – mittlerweile jedoch hat das Bundesfinanzministerium die Einführung erneut verschoben; diesmal auf unbestimmte Zeit. Ursache für die weitere Verzögerung sind technische Probleme, aber auch unstimmige Eintragungen in der Datenbank.
Doch auf welche Daten greifen die Arbeitgeber im kommenden Jahr zur Berechnung des Lohnsteuerabzugs zu? Und: Was müssen die Arbeitnehmer dabei beachten?
Die Arbeitgeber können zur Berechnung der steuerlichen Abzugsbeträge die folgenden drei Unterlagen alternativ verwenden:
Lohnsteuerkarte 2010
Nutzt der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte aus dem Jahr 2010, muss der Arbeitnehmer
ganz genau prüfen, ob die Eintragungen noch stimmen. Korrekturbedarf
kann beispielsweise bestehen bei:
Steuerklasse 3: Diese Steuerklasse steht nicht mehr zu, wenn
sich Eheleute vor 2012 getrennt haben oder ein Ehegatte vor 2011 verwitwet
ist.
Steuerklasse 2: Es muss geprüft werden, ob 2012 noch
mindestens ein Kindergeldkind im Haushalt lebt und ob der Elternteil noch echter
Alleinerziehender ist.
Anzahl der Kinder: Hierbei ist zu prüfen, ob Kinder die
Ausbildung vor 2012 beendet haben.
Freibetrag: Voraussetzungen und Höhe im Jahr 2012 sollten
kontrolliert werden.
Informationsschreiben des Finanzamts zu ELStAM
Dieses Schreiben sollte inzwischen jeder Bürger erhalten haben – es
informiert den Empfänger über seine in der Datenbank gespeicherten
Lohnsteuerabzugsmerkmale. Falls die Eintragungen stimmen, kann das Schreiben
dem Arbeitgeber vorgelegt werden obwohl darin vermerkt ist, dass es nicht
zur Vorlage beim Arbeitgeber bestimmt ist.
Ausdruck der ab 2012 gültigen ELStAM
Falsche Angaben auf der Lohnsteuerkarte 2010 oder in der Datenbank (aufgrund
des Informationsschreibens ersichtlich) werden von den Finanzämtern
ausschließlich in der zentralen Datenbank korrigiert. Die Finanzämter
erstellen auf Antrag einen Ausdruck der gespeicherten, korrigierten Daten.
Dieser Ausdruck kann dem Arbeitgeber vorgelegt werden.
In einigen Bundesländern werden diese Ausdrucke mittlerweile automatisch
zugesandt, wenn eine Änderung oder ein Neueintrag (z. B. Freibetrag
ab 2012) erfolgt ist.
Aufgrund der vagen Situation rund um das ELStAM-Verfahren ist es jetzt wichtiger denn je, dass die Arbeitnehmer die über sie gespeicherten Lohnsteuerabzugsmerkmale prüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen. Bei Prüfung und Korrekturanträgen stehen die Lohnsteuerhilfevereine ihren Mitgliedern gerne zur Verfügung.
Pressemitteilung vom 23.11.2011
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